Bauen der Zukunft: Bauen verbieten oder Bauen neu definieren?

Aktualisiert: Feb 3

In seinen bemerkenswerten Publikationen hat mein Autorenkollege aus dem OEKOM-Verlag, Daniel Fuhrhop, die Diskussion um das Thema Bauen in der Zukunft ausführlich behandelt. Ich empfehle an dieser Stelle seinen Blog dazu: https://www.verbietet-das-bauen.de

Ebenso empfehle ich sein als Streitschrift gedachtes Buch "Verbietet das Bauen". https://www.verbietet-das-bauen.de/buch/

Zu diesem Thema empfehle ich auch den WDR-Beitrag, den Sie über diesen Link erreichen: https://www1.wdr.de/verbraucher/reset-anders-wohnen-110.html


Bauen: Auch eine Frage der Fläche ?

Auch die Welt am Sonntag vom 3.1.2021 hat sich des Themas der zukünftigen Baukonzepte angenommen. In einer Grafik stellte die Wochenzeitung dar, wie sich Bewohnern, die Anzahl der verbauten Wohneinheiten und die Fläche, die diese verbauten Wohneinheiten in Anspruch nehmen, gegenüber. Demnach leben in Deutschland im Durchschnitt 1,5 Personen in Einfamilienhäusern, 1,7 Personen in Reihenhäusern und 2,5 Personen in Mehrfamilienhäusern. 31% aller in Deutschland verbauten Wohnungen sind nach der Ermittlung der Welt am Sonntag Einfamilienhäuser, 15% sind Reihenhäuser und 42% sind Mehrfamilienhäuser. Bei der gesamten in Deutschland zur Verfügung stehenden Wohnfläche ergibt sich ein etwas anderes Bild. Die verbauten Wohnungen in Einfamilienhäusern nehmen 41% der Flächen in Anspruch, die Reihenhäuser 18% und die Mehrfamilienhäuser 33%. Während die Bevölkerung selbst auch weiterhin die Wohnform des Einfamilienhauses allen anderen Wohnformen vorzieht, hinterfragen zahlreiche Politiker*Innen und Bürgermeister*innen diese Wohnform. Der Grund: sie stellt sowohl in Bezug auf den Flächenbedarf (Thema Flächenfraß), wie auch auf die energetische Frage und auf die Optionen für Mobilitätskonzepte gegenüber Mehrfamilienhäusern und in Teilen auch Reihenhaus-Wohnmodellen deutliche Nachteile in Bezug auf die Effizienz dar.


Bauen wir in Deutschland zu wenig – oder am Bedarf vorbei?

Der Nachrichtensender ntv beantwortete diese Frage im Jahre 2019 wie folgt: In Deutschland wird nicht generell zu wenig gebaut, sondern am Bedarf vorbei. Während in Berlin und anderen Metropolen Wohnungsnot herrscht, stehen bundesweit immer mehr Häuser leer. Nach dem Bericht des Senders vom 30.7.2019 werden in unserem Land Millionen von leerstehenden Wohnungen nicht genutzt. Grundlage des Berichts war eine Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) aus dem Jahre 2017. Demnach standen 2,14 Millionen Wohnungen oder 5,2 Prozent der gesamten Wohnungen leer. Im Jahr zuvor waren es noch 4,8 Prozent beziehungsweise 1,98 Millionen Wohnungen. Die Zahlen des BBSR zeigen zwei regional entgegengesetzte Entwicklungen: Während in den Metropolen wie Berlin, München, Hamburg und Frankfurt mit einer Leerstandsquote von weniger als einem Prozent Wohnungsmangel herrscht, stehen in vielen Landkreisen in Ostdeutschland, aber auch in der Eifel oder im Norden Bayerns mehr als zehn Prozent der Wohnungen leer. Die Entwicklung zu immer mehr leerstehenden Wohnungen hält laut BBSR seit Jahren an. Nur 2015 und 2016 wurde die Entwicklung durch den Flüchtlingszuzug zeitweilig unterbrochen.


Landesweit haben Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen den höchsten Leerstand mit Quoten, von 12,6 beziehungsweise 10,9 und 10,0 Prozent. Die Experten vom BBSR führen das Phänomen einerseits auf die Abwanderung aus strukturschwachen, ländlichen Gebieten zurück. Sie weisen aber auch darauf hin, dass es zugleich in solchen Gebieten häufig eine ausgeprägte Bautätigkeit gebe. Häufig entspreche das Angebot vor allem älterer Geschosswohnungen nicht der Nachfrage.


Die Zahlen des BBSR zeigen das wachsende Ausmaß, in dem in Deutschland am Bedarf vorbei gebaut wird. Kürzlich hatte bereits das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) festgestellt, dass auf dem Land zu viele Wohnungen entstehen: "Während in den Ballungszentren ein regelrechter Kampf um Wohnraum tobt, wird in vielen strukturschwachen Landkreisen und Städten zu viel gebaut", teilte das IW mit. In 69 der 401 kreisfreien Städte und Landkreise wurden in den vergangenen zwei Jahren über 50 Prozent mehr Wohnungen gebaut, als laut dem IW-Modell tatsächlich benötigt werden. Die Folge davon sei Leerstand, während in den Metropolen Hunderttausende Wohnungen fehlten.

https://www.n-tv.de/wirtschaft/Millionen-Wohnungen-stehen-leer-article21176302.html


23 Ansichten1 Kommentar

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen