Der Jet Stream und das Wetter

Mit großer Bestürzung sehen wir gerade die schrecklichen Bilder aus Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen nach der Starkregen-Katastrophe vom 14. und 15. Juli 2021. Wann hören wir endlich damit auf, zu glauben, dass diese Wetterextreme ganz einfach immer wieder passieren, also Normalität sind und es damit auch keine Erklärungen zu den Hintergründen und Ursachen gibt?


Als ich mich das erste Mal mit den Recherchen meines Buches „Der Preis des guten Lebens“ im Jahr 2019 mit mit den Hintergründen zum Klimawandel beschäftigt habe, begegnete mir der Begriff des sich verlangsamenden beziehungsweise in Teilen auch zusammenbrechenden Jet Streams zum ersten Mal. Auf den Seiten 15-18 meines Buches habe ich darauf aufbauend die Ursachen für ungewöhnliche Wetterextreme dargestellt, die nach Aussagen der Mehrzahl von Klimaforschern auf Jet Stream- und Golfstrom-Veränderungen zurückzuführen sind.

Bereits im Jahr 2013 berichteten besorgte Wissenschaftler aus den USA über den sich veränderten Strömungswirbel in der nördlichen Hemisphäre der Erdkugel. Die Gesellschaft besorgter Wissenschaftler (Union of Concerned Scientists) veröffentlichte dazu am 31.Juli 2013 eine Studie mit sehr guten Grafiken, die das Phänomen stationärer Tiefdruck- und Hochdruckgebiete sehr gut erklärt:

https://blog.ucsusa.org/melanie-fitzpatrick/wacky-weather-a-warmer-arctic-and-a-slower-jet-stream-is-there-a-link-194/

Welche Auswirkungen ein lange stationäres Tiefdruckgebiet hat, erleben wir gerade mit dem regenreichen Tief „Bernd“, das uns bereits seit den ersten Tagen des Juli 2021 begleitet- und nun die katastrophalen Regenfälle im Westen Deutschlands mit sich gebracht hat. Die Menschen in Nordamerika erlebten im gleichen Zeitraum das genaue Gegenteil: ein extrem stationäres Hochdruckgebiet mit Rekordhitze, vielen Opfern und großen Schäden durch Waldbrände.


Die Katastrophe ist eine mit Ansage! Was haben wir seit 2013 nachweislich gegen den Klimawandel und damit auch gegen den sich verändernden Jet Stream getan? Alle Politikerinnen und Politiker, die sich jetzt in die Katastrophengebiete begeben um den Menschen ihr Mitgefühl auszudrücken, sollten dies im Büßerhemd tun, und nicht in einer wasserdichten Outdoor-Jacke. Das "Nichthandeln" der Regierungen ist verantwortlich für die Katastrophe, die die Menschen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen jetzt erleben.

Wann fangen wir endlich an, die Zusammenhänge zu begreifen und die Veränderungen anzugehen?




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