Die Halbzeitbilanz von COP26 (Stand 6.11.2021): Großer Anspruch und mickrige Wirklichkeit

Auch die Umweltorgansisationen ziehen eine Woche nach Start der Weltklimakonferenz im schottischen Glasgow eine ernüchternde Zwischenbilanz: Zwischen Anspruch und Wirklichkeit klaffen Welten.


Die nur noch geschäftsführend im Amt befindliche Bundesregierung demonstriert erneut ihre Hilflosigkeit beim Thema Klimawandel. Die Tatsache, dass mit der SPD ein Teil dieser bisherigen Bundesregierung auch in der möglichen neune Regierung wiederfindet, lässt leider keinen Paradigmenwechsel in der deutschen Klimapolitik erwarten. wurde.


Schon der G20-Gipfel der größten Wirtschaftsnationen in Rom hatte es nicht fertiggebracht, sich eindeutig hinter das Ziel zu stellen, die Erderwärmung auf maximal 1,5 Grad zu begrenzen. Und im Anschluss fiel der scheidenden Bundeskanzlerin vor den Delegierten in Glasgow nichts Besseres ein, als auf den globalen Emissionshandel als Allheilmittel zu verweisen. Das gewohnte Muster: Dort wo national nicht geliefert wird, muss die große globale Lösung herhalten.


Genauso das Bild bei mehreren in Glasgow angekündigten Initiativen. Die von den USA ins Leben gerufene neue Allianz zur Minderung der klimaschädlichen Methanemissionen darf nicht vergessen lassen, dass das Übel weiterhin nicht bei der Wurzel gepackt wird: In den USA wird weiter gefrackt und Deutschland bezieht demnächst noch mehr fossiles Erdgas aus der Nord Stream 2 Pipeline. Die neue Bundesregierung muss dieses größte fossile Infrastrukturprojekt Europas deshalb einer dringend notwendigen Überprüfung unterziehen.


Beim Waldschutz wollen 100 Nationen, darunter Brasilien und Deutschland an einem Strang ziehen und bis 2030 die globale Entwaldung stoppen. Warum erst 2030? Und wie glaubwürdig ist das Ganze, wenn – wie von der DUH und dem Rechercheportal Correctiv aufgedeckt – weiterhin Wälder in Brasilien gerodet werden, um Leder für die deutsche Autoindustrie zu produzieren.


Die erste Woche von Glasgow zeigt die wachsende Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit der internationalen wie der nationalen Klimapolitik. Die neue Bundesregierung muss sich daranmachen, diese Lücke zu schließen. Wir als Gesellschaft werden mächtig Druck machen müssen, damit genau das geschieht.



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