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Die Maßnahmen Israels sind nicht mit den Morden der Hamas vergleichbar!

An den Schock werden wir uns noch lange erinnern. Am 7. Oktober 2023 griffen Hamas-Terroristen aus dem Gaza-Streifen israelische Kibbuzim und die TeilnehmerInnen eines Rave-Festivals an. Sie töteten mehr als 1.000 Menschen und verletzen Tausende. Außerdem entführten sie mit brutaler Gewalt mehr als 200 unschuldige Privatpersonen, ohne Rücksicht auf Alter und Geschlecht. Die kaum auszuhaltenden Bilder der Angriffe veröffentlichten die Terroristen auf allen Medienkanälen.


Nach dem Angriff ging zunächst eine breite Welle der Anteilnahme über den Erdball. Oder um es genauer zu sagen: über bestimmte Teile des Erdballs. Die Ereignisse in Israel zeigen uns, dass es die von uns oft gewünschte und beschworene eine Welt nicht gibt. An dieser Stelle sei die Frage gestattet, ob es diese eine Welt je gegeben hat. Ein Teil der Welt trauerte mit Israel, ein Teil schwieg mit mehr oder weniger Betroffenheit und ein anderer Teil feierte das Abschlachten von Menschen als überfällige Befreiungsaktion der Menschen eines geschunden und von einem Teil des politischen Israel unterdrückten Gebietes.


Trotz dieser religiös-fundamental geprägten Jubelrufe erfuhr Israel mehrheitlich viel Solidarität. Dass dies auf Dauer nicht so bleibt, deutete vor wenigen Tagen der UN-Generalsekretär António Guterres an. Er erklärte dazu, dass die Attacke auf israelische Zivilisten »…nicht in einem Vakuum« geschehen sei. Die dahinterliegende Binsenweisheit lautet: Von nichts kommt nichts. Allen Ereignissen geht ein Kontext voraus.


Guterres bezog sich dabei direkt oder indirekt auf die Tatsache, dass sich Israel bisher geweigert hat, einer von breiten Teilen der Welt geforderten Zweistaatenlösung zuzustimmen, bei der die palästinensische Bevölkerung ein eigenes Staatsgebiet bekommen hätte. Hinzu kommt, dass die israelische Siedlungspolitik im Westjordanland von religiösen Fundamentalisten Israels vorangetrieben wird. Diese werden von der israelischen Armee geschützt. Ohne Zweifel ist diese Art von Politik nicht auf Kooperation ausgerichtet, sondern auf bewusster Konfrontation durch einen Expansions- und Hegemoniedrang Israels gegenüber den Palästinensern. Sie nimmt ihnen damit bewusst den Raum zum Leben und damit auch vermehrt eine Existenzgrundlage.


Erschwert wird die Situation durch die Tatsache, dass Israel mehrheitlich von religiös geprägten und dem Land feindlich gesinnten Staaten umgeben ist. Bis heute fordern Staaten der arabischen Welt (am Beispiel Irans) die Auslöschung des Staates Israel. Darin begründet sich das hohe israelische Sicherheitsbedürfnis.


Geopolitisch haben weder die USA noch die EU, China oder Russland irgendetwas Konstruktives dazu geleistet, die Situation zu befrieden. Man hat der permanent drohenden Eskalation zugeschaut. Dabei waren Mord und Terror speziell in der westlichen Welt als Druckmittel von Radikalen nicht unbekannt.


Israel ist die einzige echte Demokratie in der Nahostregion. Das Land hat eine lebendige Zivilgesellschaft. Sie pflegt einen Diskussionskultur, wie sie in der islamischen Welt des Nahen und Mittleren Ostens komplett fehlt. Wir in der westlichen Welt mit unseren mehrheitlichen Demokratien müssen uns schon alleine zur Verteidigung unserer demokratischen Werte hinter Israel stellen, ohne aber Kritik an Israels Politik gegenüber den Palästinensern auszublenden.


Der UN-Generalsekretär Guterres hat mit seiner Bemerkung eine Tatsache nicht erwähnt: Israelische Soldaten ermorden keine Babys und Kleinkinder. Sie töten nicht wahllos Zivilisten und sie missbrauchen nicht die eigene Bevölkerung als Schutzschild.


Das Handeln der Hamas-Terroristen mündet in einem Wort, dass wir Deutsche sehr gut aus unserer jüngeren Geschichte kennen: Zivilisationsbruch. Die Ereignisse zwischen 1933 und 1945, die letztendlich zur wahllosen Ermordung von 6 Millionen Menschen jüdischer Ethnie führten, sollte uns eine vertiefte historische Kenntnis dieses Wortes erlauben.


Der Zivilisationsbruch markiert eine Grenze, der jedes Verständnis fremd ist. Er markiert eine Verletzung oder eine vollständige Außerkraftsetzung jeglicher Normen, jeglicher Menschlichkeit, jeglichen Mitgefühls, jeglichen Gemeinsinns, die alle Grundlagen für das zivilisierte Zusammenleben von Menschen sind. In Zeiten eines Zivilisationsbruchs regieren Opportunismus, Verblendung und eine totale moralische Enthemmung.


Es ist nicht zu tolerieren, dass man den Hamas-Terroristen auch nur das kleinste mögliche Verständnis einer politischen oder gesellschaftlichen Unterdrückung als Motive zugesteht. Es gibt keinen Verständniskontext für Mord!


Der Staat Israel wurde gegründet, um den über Jahrtausende verfolgten Juden dieser Welt eine sichere Heimat zu bieten. Die finale Notwendigkeit dazu bewies der Holocaust.


Aus bekannten Gründen ist Israel Teil der deutschen Staatsräson. Wir Deutsche haben eine besondere Verpflichtung gegenüber diesem Land und seinen Menschen, wie auch gegenüber allen Jüdinnen und Juden auf der Welt.


Wir müssen als tun, um an dieser unverrückbaren Tatsache festzuhalten, wenn der Konflikt in Nahost eskaliert. Dabei kann es sehr gut sein, dass gut und böse, richtig und falsch, schwarz und weiß verschwimmen, denn jede Seite wird für sich die Wahrheit reklamieren.


Israel hat das berechtigte Ziel ausgegeben, die Hamas in Gaza komplett zu vernichten. Wir alle fragen uns, wie Israel das erreichen kann, ohne dabei den tausendfachen Tod unschuldiger Palästinenser zu verursachen – und damit selbst Abscheu auch in Deutschland zu erregen? Werden also am Tod Unschuldiger nur die Israelis schuld sein, die sich wehren um ihre terroristischen Feinde, die Mörder des 7. Oktober zu vernichten? Oder werden wir die Hamas als das erkennen, was sie ist: eine Mörderbande, die sich dem offenen Kampf entzieht und sich hinter Frauen und Kindern versteckt?


Es ist unsere Pflicht, dazu beizutragen, die gesamte Region zu befrieden! Wir müssen dafür sorgen, dass die einzig machbare Option einer Zweistaatenlösung nach fast 75 Jahren der Staatsgründung Israels umgesetzt wird. Eine geopolitische Herkulesaufgabe – bei der alle Seiten Kompromisse machen müssen. Kompromisslos muss allerdings die Sicherheit Israels gewährleistet bleiben.

Ralf Roschlau/28.10.23




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