Nahwärme-Alternativen: Seewärme und Wasserstoff

Die Tatsache, dass man nie auslernt und die Entwicklung regenerativer Optionen stetig und durchaus rasch voranschreitet ist die Option einer (zumidenst teilweisen) Energieversorung über Seewärme.


Die Technologie, die diesem Verfahren zugrunde liegt funktioniert so: Durch Wärmetauscher kann einem See oder Fluss Wärme beziehungsweise Kälte entzogen werden. Wasser wird entnommen, mithilfe von Wärmetauschern wird die erneuerbare Energie an ein Sekundärnetz weitergegeben. Am Beispiel der Wärmeversorgung fließt das nun kältere Wasser zurück in den See – die nutzbare Wärme wurde ihm von den Wärmetauschern entzogen. Durch Wärmepumpen können beispielsweise die für Wohnungen benötigten Temperaturen erreicht werden.


In Konstanz diskutiert man derzeit darüber, ob Seewärme die Alternative zu einer von der Stadtverwaltung angedachten zweiten Gasleitung sein könnte. Markus Tittelbach von der Organisation Konstanz Klimapositiv erklärte dazu: „Gas wird nicht mehr rentabel sein.“ Eine Ausnahme sei die Industrie, für die zukünftig noch Gas genutzt werden könne. Dies würde aber nur einen geringen Anteil ausmachen. In Zürich habe man die Energieversorgung in einzelnen Stadteilen den Verfügbarkeiten angepasst. In manchen Teilen werde Fernwärme benutzt, in anderen Seewärme, in wieder anderen Biomasse, je nachdem, was sich anbiete, so Tittelbach. „Es gab klare Strukturen, die umgesetzt wurden.“ Auch in Luzern würden bereits Gebäude mit Seeenergie versorgt. Der Ausbau laufe noch, am Ende sollten in einem Netz rund 6.800, im anderen rund 3.700 Haushalte versorgt werden. Der Kanton Thurgau hat vor Kurzem eine Machbarkeitsstudie für die thermische Nutzung des Bodensees und des Rheins veröffentlicht. Basierend auf dem Energienutzungsplan der Stadt Konstanz aus dem Jahr 2018 wurde in die Studie sogar eine mögliche Erweiterung des Wärmeverbunds nach Konstanz eingebunden. Auch in Meersburg denke man darüber nach, Seewärme zu nutzen.


Es ist gut und wichtig, dass sich Städte und Gemeinden mit Alternativen zur Wärmeversorgung über fossile Energieträger beschäftigen und ihr bestehende Planungsdogmen in dieser Hinsicht aufgeben. Ein beachtenswertes Projekt enwickelt die Netze BW derzeit in Öhringen mit der so geannnten Wasserstoff-Insel Öhringen. Das Bild zum geplanten Verfahren einer Nahwärmeversorung eines kleinen, neuen Wohngebiets auf Basis regenrativem Strom habe ich diesem Artikel beigefügt. Seewärme, wie in dem in Konstanz diskutieren Modell oder Wasserstoff aus regenerativem Strom: beides ist besser als aus Erdgas gewonnene Nahwärme.




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