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Neues Projekt für 2023: Performance-Theater und Vortrag zu Klimakrise, Konsumwahn & Co.

Peter Trabner und Ralf Roschlau präsentieren:

„Empedokles - the circle of nature“ und „Das Leben des Diogenes - viel zu viel Zuviel – und alles für die Tonne“


Der bekannte Theater- und Filmschauspieler Peter Trabner kam Ende 2021 mit einer Idee auf mich zu. Er hatte zwei Theaterstücke geschrieben und bereits in den Jahren 2020 und 2021 aufgeführt. Diese wollte während oder nach der jeweiligen Aufführung mit sachlichen Fakten ergänzen. Mit diesen beiden bisher als Solostücken aufgeführten Interpretationen „Empedokles - the circle of nature“ und „Das Leben des Diogenes - viel zu viel Zuviel – und alles für die Tonne“ waren ihm zwei Inszenierungen gelungen, mit denen er sein Publikum begeistert.


Darum geht es:


Empedokles (ca. 495 v. Chr. in Akragas auf Sizilien; † um 435 v. Chr.) war ein griechischer Philosoph. Er soll nach Überlieferungen auch als Naturforscher, Politiker, Redner, Dichter, Arzt, Magier und Wahrsager gewirkt und gearbeitet haben. Er entwickelte ein eigenständiges Weltmodell aus Weltentstehung, Evolution der Lebewesen, Reinkarnation und der Vier-Elemente-Lehre: Feuer, Erde, Wasser und Luft. Er lebte auf Sizilien, stürzte sich dort in den Ätna und stieg als Silberwolke in den Himmel. Damit „verteilte“ er sich sozusagen in homöopathischer Dosis global und war in allem und überall enthalten, wie das Plastik in unseren Weltmeeren und die Abgase in unserer Luft. 1797 griff Friedrich Hölderlin zur Feder, scheiterte aber grandios am selbst auferlegten Dramenprojekt. Hölderlin erarbeitete zwischen 1797 und 1800 drei Entwürfe eines Trauerspiels unter dem Titel „Der Tod des Empedokles“, die alle unvollendet blieben.


Diogenes von Sinope (412 v. Chr. in der damals griechischen Hafenstadt Sinope, † um 323 v. Chr. in Athen) zählt als griechischer Philosoph der Antike zu den Kynikern. Es gibt über sein Leben wenig gesicherte historische Daten. Doch bereits zu Lebzeiten bildeten sich Legenden und zahlreiche Anekdoten. Diogenes lebte der Überlieferung nach vor 2400 Jahren in Athen, und zwar in einer Tonne, die ihm auch als Schlafstätte diente. Er vertrat die Ansicht, dass nur derjenige glücklich sein könne, der sich von überflüssigen Bedürfnissen freimache und unabhängig von äußeren Zwängen lebe. Sein zentraler Begriff war die Selbstgenügsamkeit.


Die Inszenierungen:


Peter Trabner hat eine enorme schauspielerische Ausdruckskraft. Die fulminanten Auftritte des vielfach preisgekrönten Schauspielers sind mitreißend, witzig, klug und sprühen von Spontanität. Ausgehend von historischen Überlieferungen und gesicherten Fakten entwickelte er die Bühnenfiguren des Empedokles und Diogenes über intensive Auseinandersetzungen mit deren Leben und Wirken. In den von ihm geschriebenen Bühnendramaturgien verwendet er improvisierte Probensituationen, die er mit szenischen Reflexionen kombiniert. Texte und Textfragmente sind weitgehend frei gestaltet und passen sich den Reaktionen des Publikums an. Sie wechseln zwischen moderner Alltagssprache, sind geprägt von Trabners pointierten Witz, vermitteln in der Interpretation jedoch durchaus Standpunkte und Leben der beiden antiken Philosophen Empedokles bzw. Diogenes sowie ihre spätere literarische Rezeption.


Zentrale Begriffe und Aussagen der jeweiligen philosophischen Ansichten treffen auf aktuelle Fragen der Umwelt- und Naturzerstörung. Sie gehen direkt auf den Konflikt zwischen Ökologie und Ökonomie ein. So entstehen direkte Verweise auf den Konsumwahn unserer Zeit, dem Immer-Mehr/Immer-Schneller/Immer-Weiter. Trabner greift darüber hinaus die psychisch-sozialen Folgen unseres „guten“ Lebens auf, also die vorhandene, aber selten wahrgenommene Überlastung, vor der wir alle angesichts der zahlreichen Herausforderungen unserer Zeit stehen.


Die Unterschiede der beiden Philosophen werden in den Inszenierungen deutlich. Empedokles setzte sich mit der Natur auseinander, lebte in ihr und fühlte sich und die Menschen als untrennbar mit dieser verbunden. Trabners Diogenes, der in der antiken Metropole Athen lebte und ein städtisches Publikum ansprach, fragt sich permanent, was die Natur des Menschen überhaupt sei. Ausgehend vom Antrieb des müllenden Tieres „Mensch“, stellt sich Trabner mit dem Provokateur Diogenes in einen permanenten Konflikt. Sein Diogenes provoziert und beschämt, indem er mit dem Finger auf den ständigen Überfluss zeigt. Er fordert Verzicht und die Beschränkung auf die wenigen Dinge, die ein Mensch notwendig zum Leben benötigt. So lebte der historische Diogenes der Überlieferung nach in einer Tonne, die sein einziges Heim war. Auch Trabners Diogenes steigt in diese Tonne und holt aus dieser heraus, was unsere Gesellschaft wegwirft. So gelingt ihm der Spagat zwischen der Ernsthaftigkeit des Themas Überfluss, gepaart mit unterhaltender Brechung durch Selbstironie und entwaffnende Situationskomik. Er sucht, sehr zeitaktuell, die Antwort auf die Frage „Macht mich das noch glücklich?“.


Ist das, was Empedokles und Diogenes im alten Griechenland lebten, auch heutzutage noch möglich, also in und mit der Natur zu leben bzw. zu verzichten und sich dem permanenten Druck nach immer mehr Konsum zu entziehen?


Mein Anteil an den beiden Inszenierungen

Den von Peter Trabner in beiden Stücken gestellten Fragen gehe auch ich als ergänzender Populärwissenschaftler und seinem zukünftigen Bühnenpartner nach. Als "Klimaexperte" zu Trabners szenischen Interpretationen liefere ich die wissenschaftlichen Ergänzungen der emotionalen Inszenierungen des Empedokles bzw. des Diogenes. Mit meiner sachlich geprägter Herangehensweise werde ich dem Publikum zeigen, dass alle Ereignisse, mit deren Folgen wir derzeit umgehen müssen, der Preis für unser "gutes" Leben in der unendlichen Welt des Konsums sind, mit dem wir zu Lasten der Natur leben.


Ich habe vor vielen Jahren mit intensivsten Recherchen zum Thema der durch unsere Lebensweise verursachten Problemstellungen begonnen. Daraus entstanden meine Bücher „Der Preis des Guten Lebens – Wie aus den Fragen von heute die Antworten von morgen werden“ und „Von Leerjahren zu Lehrjahren – Über Veränderungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft nach 2020 und 2021“. Mein drittes Buch „Wege aus dem Klimalabyrinth“ wird im ersten Halbjahr 2023 folgen.


Trabners Empedokles und sein Diogenes schlagen die emotionalen Saiten des Publikums an. Meine Absichten zielen auf die Ratio, also die Vernunft. Auf den ersten Blick erscheint diese Paarung aus Emotion und Vernunft diametral. Wir beide zeigen jedoch, dass eine Kombination aus großer, emotional geprägter Schauspielkunst und Sachlichkeit ein Umdenken fördern kann.


Wir sehen uns als ein „Wakeup-Call-Team“, das unser Publikum aus dem Dämmerzustand des Ausblendens der vielfachen Probleme unserer Zeit holt. Peter Trabner und ich teilen die Überzeugung, dass die aktuellen Fragen der Menschheit, wie z.B. die Klimaproblematik, so beantwortet werden können, dass unsere Welt auch für die zukünftigen Generationen weiter lebenswert bleibt.


Termine und Planung


In der Rubrik Veranstaltungen werden die Termine unserer gemeinsamen Auftritte ständig aktualisiert. Falls Ihr gute Ideen für geeignete Kulturfestivals oder Auftrittsorte habt, die sich für unsere Kombination aus Theater und Faktenpräsentation interessieren könnten, nehmt bitte mit mir Kontakt auf.


Peter Trabner und ich verhandeln zwar schon fleißig mit einigen Veranstaltern (er im Norden und ich im Süden Deutschlands) - aber wir suchen auch für die kommenden Jahre nach weiteren Optionen.




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